Produkthaftungsrecht

Wer von uns erinnert sich nicht mit Unbehagen an die durch die Presse bekannten Fälle wie "Contergan" oder den berühmten Holzschutzmittelfall. Hier haben Personen aufgrund eines fehlerhaften Produktes Schäden erlitten. Beispielhaft für die große Anzahl produkthaftungsrechtlicher Fälle, welche erhebliche gesundheitliche Schäden für die Verbraucher oder auch Todesfälle nach sich gezogen haben, sollen nur einige - teilweise auch in der Öffentlichkeit bekannte und diskutierte - Sachverhalte genannt sein:

Zu erwähnen sind hier Nebenwirkungen von Arzneimitteln, hochgiftiges Lederspray, Glykolwein, gesundheitsschädliche Holzschutzmittel, krankmachende Bauprodukte, Verwendung der Quecksilberverbindung Amalgam bei der Herstellung von Füllungen kariöser Zähne, hormonelle Beigaben zur Kälberzucht, Viren in Blutkonserven, an Tiere verabreichte Arzneimittel, salmonellenverseuchtes Speiseeis, Milchzahnkaries bei Kleinkindern aufgrund gesüßten Tees, fehlerhafte Hüftplantate usw.

Dementsprechend ist Produkthaftung auch heute mehr als nur ein aktuelles Schlagwort, welches immer wieder von der Tagespresse und einschlägigen Fachzeitschriften aufgegriffen wird. Zunehmende Bedeutung erlangt hier sowohl die zivilrechtliche Haftung von Unternehmen als auch die strafrechtliche Verantwortlichkeit der Unternehmensleitung für fehlerhafte Produkte. Dies liegt nicht nur an einem gesteigerten öffentlichen Bewusstsein der Medien, sondern auch einem veränderten Konsumentenverhalten. Immer weniger Verbraucher sind bereit, Schäden selbst von geringerem Ausmaß hinzunehmen. Sie rufen vermehrt die Gerichte an, um ihre Rechte zu erstreiten.

Parallel dazu hat sich auch die Rechtsprechung dahingehend weiterentwickelt, verbraucherfreundlich und damit zu Lasten der betroffenen Unternehmen zu entscheiden.

Herr Rechtsanwalt Dr. Christian Holtermann hat zu diesem Thema einiges veröffentlicht, aktuell das Praxishandbuch "Produkthaftung in Deutschland und Europa", erschienen im Expert Verlag im Jahr 2008.

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